Die Liebe zum Pferd ist dem Menschen sozusagen in die Wiege gelegt worden. Über Jahrtausende hinweg haben Pferde den Zweibeinern treu zur Seite gestanden. Sie waren Reittiere, Transportmittel und beste Freunde. Ihr edles Wesen und ihre äußerliche Schönheit machten sie mit der Zeit zu einem Objekt der Begierde. Wer viele Pferde besaß, war angesehen und galt als wohlhabend. Selbst König Salomon wird nachgesagt, dass er eine Schwäche für schöne Pferde hatte. Heute hat sich das Bild des Pferdes weiter gewandelt. Insbesondere in der westlichen Welt ist das Pferd von einem Arbeitstier zu einer Art Luxusobjekt geworden.

Rennpferde als Prestigeobjekt

In ganz besonderem Maße betrifft diese Wandlung wertvolle Rennpferde. Sie gehören zu den am meisten bewunderten Tieren ihrer Gattung. Das liegt zum einen an ihrem ausgesprochen eleganten Aussehen, jedoch spielen monetäre Aspekte ebenfalls eine gewichtige Rolle. Erfolgreiche Rennpferde sind nicht nur selbst zum Teil extrem teuer, sie können ihrem Besitzer zu einem beachtlichen Wohlstand verhelfen, sei es durch Zucht und Verkauf oder durch die gewonnenen Preisgelder bei diversen Pferderennen. Die Zucht von Rennpferden erfordert fundiertes Wissen erfahrener Experten. Zumeist liegt die Zucht dieser edlen Tiere in den Händen berühmter Gestüte. Zu erwähnen sind hier in Europa vor allem die Königlichen Hofreitschulen von Spanien und Portugal sowie die Hofreitschule Wien. In Deutschland sind die Gestüte Moritzburg, Celle oder Schwaiganger zu nennen.

Berühmte Rennpferde

Unter den Pferderassen sind einige für die Ausbildung zum Rennpferd besonders geeignet. An der Spitze stehen hier eindeutig die Englischen Vollblutrassen. Sie gelten als die schnellsten Rennpferde überhaupt. Sie werden bei der Pferdezucht eingesetzt, um das Geblüt anderer Rassen zu veredeln. Ein weiterer Star unter den Pferderassen sind die Arabischen Vollblüter. Sie gelten als außerordentlich schön und elegant. Arabische Vollblüter besitzen einen sanften Charakter Menschen gegenüber, sie sind ausgesprochen ehrgeizig und leistungsbereit. Eine Kreuzung zwischen Arabischen und Englischen Vollblütern bringt die sogenannten Traber hervor. In ihnen vereint sich das Feuer der Araber mit der Ausdauer der Englischen Vollblüter.

Der Verkaufswert eines jungen Rennpferdes mit einem entsprechenden Stammbaum kann leicht um die 300.000 Euro betragen. Einige Rennpferde sind mit ihren Erfolgen in die Geschichte des Pferdesports eingegangen. Native Dancer beispielsweise begeisterte die Zuschauer immer wieder durch seinen expressiven Rennstil. Er stammte aus Kentucky und wurde 1952 zum „Pferd des Jahres“ gekürt. Overdose erblickte 2005 in Nottinghamshire in Großbritannien das Licht der Welt. Er war ein Englischer Vollblüter und brach 2011 den achtzehnjährigen Bahnrekord von Hoppegarten auf der 1.000-Meter-Strecke.

Die Stute Haruurara gilt als das erfolgloseste Pferd aller Zeiten mit über hundert Letztplatzierungen. Trotzdem ist sie nicht nur in ihrer japanischen Heimat eines der beliebtesten Rennpferde.